COVER_2018_Belichtungen

Wie findet man sich zurecht in der Welt?
Im Leben?
Sich zu orten und Beobachtetes und Erlebtes zu verorten, ist eine eigene Art von Navigationstätigkeit. Sie basiert auf unseren Sinneseindrücken, allen voran auf dem Gesehenen.

 
Was wir sehen, wird durch die vergangene Zeit, durch Gesehenes und Erlebtes, das sich im Bildarchiv des Gedächtnis befindet, eingefärbt, verzerrt oder auch geschärft. Wir sehen die Welt in Ausschnitten, erkennen zugrundeliegende Muster, vergleichen das neu Entdeckte mit dem bereits Existierenden, machen Ähnlichkeiten und Unterschiede aus.
Seit knapp zwanzig Jahren legt Nadine Olonetzky gefundene Gegenstände auf Seiten in ihrem Notizbuch und lässt die Sonne darauf scheinen. Das Papier vergilbt mit der Zeit, vom Gegenstand ist nur noch der Schattenriss übrig. Die Blätter haben das Licht und die vergangene Zeit gespeichert. Nur vier bis fünf dieser Belichtungen sind pro Jahr möglich.
Die 55 Texte und 25 Belichtungsbilder eröffnen dem Leser einen Blick auf die Zeit.

Nadine Olonetzky
Belichtungen
Kommode Verlag
Erscheinungsdatum März 2018
176 Seiten, 15.5×21.5 CM
Broschur, fadengeheftet, amerikanischer Schutzumschlag
ISBN 978-3-9524626-6-9
EUR 23.90

COVER_2018_Meer und Berge

Im Zentrum von Annette Lorys Roman steht die Freundschaft zwischen zwei Frauen. Monika und Helen. Meer und Berge. So unterschiedlich wie ihre Sehnsuchtsorte sind auch ihre inneren Landschaften, ihre seelischen Topographien. Monika, die Suchende, Helen, die Radikale. In ihrer innigen Beziehung gleichen sie sich einander mehr und mehr an, werden zu „zwei Schattierungen des selben Blaus“. Während einer Reise nach Griechenland kommt es zum jähen Bruch zwischen den jungen Frauen. Ein Bruch, der unüberwindbar scheint. Ein Jahr lang. Dann der Versuch, die Kluft, die sich zwischen ihnen aufgetan hatte, zu schliessen, auf einer gemeinsamen Bergtour. So war es gedacht. Doch Monika stürzt.
 
In Rückblenden wird die Geschichte nach und nach greifbar. Monika, die Ich-Erzählerin, reist zurück in verschiedene Vergangenheiten: Ihre Kindheit in der Enge eines Durchfahrtstals, die Flucht in die grosse Stadt am See, Szenen der Freundschaft, die Suche nach Helens Vater, Trennungen ... Dazwischen reihen sich traumartige Sequenzen und verschwommene Wahrnehmungen aus der Gegenwart im Spital.
 
„Diese fesselnd erzählte Geschichte glänzt mit präzisen Beschreibungen und plastisch greifbaren Figuren.“

Kulturelle Auszeichnungen im Bereich Literatur 2016

Annette Lory
Meer und Berge
Kommode Verlag
Erscheinungsdatum Juni 2018
200 Seiten, 14,7×21,5 CM
ISBN 978-3-9524626-7-6

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„Kind aus Glas“ ist ein schonungsloser Bericht über den Verlust eines ungeborenen, lang erwarteten Kindes, vor dem Hintergrund der politischen Unruhen in der Ukraine und öffentlicher Debatten in Estland. Maarja Kangro geht die Themen Tod, Trauma, Leiden und das „bittere“ Erlebnis der Demut vor der Existenz mit düsterem, sarkastischem Humor an. Gleichzeitig legt sie sensibel und mit fast chirurgischer Präzision die innere Not frei.

Maarja Kangro
Kind aus Glas
Kommode Verlag
Erscheinungsdatum Oktober 2018
ISBN 978-39524626-8-3

Aus dem Estnischen von Cornelius Hasselblatt