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Anatol muss noch ein zusätzliches Jahr im Kindergarten bleiben. Nicht daran zu denken, dass er in die Schule geht. Er ist ein kluges, fantasievolles Kind, aber er kann sich in keine Gruppe integrieren. Anatol ist ein Systemsprenger. Er bringt seine Familie und die Erziehungsinstitutionen an ihre Grenzen. Nachdem er aus dem Kindergarten geflogen ist, wird bei ihm ADHS diagnostiziert. Eine Schulpsychologin schaltet sich ein, ein Psychiater, Anatol bekommt Medikamente. Verzweifelt suchen die Eltern eine passende Schule für ihr besonderes Kind. Immer wieder muss seine Mutter Jil ihn abholen, weil die Lehrkräfte überfordert sind; keine Schule will ihn behalten. Was soll aus Anatol werden? Jil, die von einem freien Leben als Dichterin und Sängerin träumte, droht an der Herausforderung zu zerbrechen, aufgefressen zu werden von der Sorge um ihr geliebtes Kind, den Schuld- und Versagensgefühlen als Mutter und der Enttäuschung über ein Leben, in dem sie nicht mehr vorkommt.

Anatol abholen ist eine direkt erzählte, aufwühlende und doch tröstende Geschichte über die Reise einer Familie durch das Labyrinth der Bürokratie unseres Schul- und Gesundheitssystems und dem Unverständnis gegenüber Kindern, die anders sind und anderes brauchen. Die Geschichte handelt von den fehlenden Kapazitäten und Möglichkeiten im psychischen Gesundheitssystem und von der Psyche einer Mutter, die sich um ihr Kind sorgt und hart für es kämpfen muss.

Lea Gottheil
Anatol abholen
Kommode Verlag
Erscheinungsdatum September 2024
150 Seiten, 11×18 CM
Hardcover, Fadenbindung, mit Lesebändchen
ISBN 978-3-905574-42-5
EUR 22.00

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Neurologie, Zellbiologie, Anthropologie und sogar Astrophysik - Wenn Michel Rochon sagt, dass er sich der Musik aus einem wissenschaftlichen Blickwinkel nähert, lässt er kein Gebiet unerforscht. Er erzählt in seinem Essay erstaunliche Dinge über das, was auf der Erde und im Universum vor sich geht. Zum Beispiel, dass der Kosmos seine eigene „Musik“ aussendet. Oder, dass sich die Bewohner einer kanarischen Insel in einer Pfeifsprache - also mit Musik - unterhalten, dem Silbo.

Michel Rochon widmet sich in seinem Essay spannenden Fragen: Was kam zuerst – die Sprache oder der Gesang? Gibt es auch negative Auswirkungen des Musizierens? Macht Musik schlauer?

Michel Rochon
Das Gehirn und die Musik
Eine faszinierende Odyssee durch Kunst und Wissenschaft
Kommode Verlag
Erscheinungsdatum September 2024
180 Seiten, 14×21 CM
Softcover, Fadenbindung, Paperback
ISBN 978-3-905574-36-4
EUR 26.00

Übersetzt aus dem Französischen von Jennifer Dummer



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Jörg Rehmann schildert seine Erfahrungen mit exzessivem Drogenkonsum und Sucht in Berlin. Er beschreibt die Spannungen zwischen der Schkopauer Familie seines Vaters und der Familie seiner Mutter, die nach dem zweiten Weltkrieg aus Schlesien geflohen war. Seine Mutter demonstriert bei Pegida und wird Mitglied der AFD. Sein Vater, den er Meister nennt, träumt sich in die DDR zurück. Seine Schwester tingelt nach der Wende durch Teleshoppingkanäle. Reisen in die Vergangenheit seiner Familie nach Polen und in die Ukraine helfen ihm nicht nur, clean zu werden. Sie verwandeln alles.

Jörg Rehmann gelingt es zum zweiten Mal, Themen, die in der Gesellschaft heute auf Unsicherheit, Unbehagen und Intoleranz stoßen, stilsicher und mit sprachlicher Leichtigkeit Humor einzuhauchen. Sein Roman zeigt, dass der Weg ein lohnenswertes Ziel ist, egal, wie steinig und endlos er erscheint – und zu einem Lesevergnügen werden kann.

Kommode Verlag
Erscheinungsdatum Juli 2024
168 Seiten, 11×18 CM
Hardcover, Fadenbindung, mit Lesebändchen
ISBN 978-3-905574-40-1
EUR 22.00

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Mit einer Reisetasche und einem neugierigen Papagei kommt der junge Student Laurentius Hylas Ende des 17. Jahrhunderts im winterlichen Estland an. Auf der Flucht vor einer düsteren Vergangenheit und dem Verdacht der Ketzerei macht er sich auf den Weg nach Tartu, der „Stadt der Musen“. In diesem wissenschaftlichen und philosophischen Umfeld, das in der Zukunft zum Zeitalter der Aufklärung führen sollte, sucht Laurentius wie besessen nach einem Heilmittel für die Krankheit, die ihn quält und die seine Zeitgenossen Melancholie nennen, eine Depression. Doch je mehr er sich mit Fragen beschäftigt, die er nicht beantworten kann – Woher kommt die Seele? Welche Beziehung besteht zwischen ihr und dem Körper? - desto mehr wird er von der Welt des Aberglaubens und der Heilmittel der Bauern auf dem Land angezogen. Eine Welt, die er schon als Kind kannte, als er an Hexenjagden teilnahm, und die ihn in Träumen und Visionen heimsucht. Und eine Welt, die er fürchtet und die sich mit der Realität zu vermischen beginnt.

Friedenthal taucht tief ins Mittelalter ein, um von der Entstehung eines neuen Zeitalters der Vernunft zu erzählen. Eine Zeit, in der sich die moderne Medizin ihren Weg durch Ängste und den alten Glauben an die Alchemie bahnt. Der dunkle Norden von der strahlenden Antike träumt und von der Harmonie einer Welt, die vielleicht durch eine Sehnsucht nach Licht, Gold und Honig heilen kann.

Meelis Friedenthal
Die Bienen
Kommode Verlag
Erscheinungsdatum September 2024
300 Seiten, 11×18 CM
Hardcover, Fadenbindung, mit Lesebändchen
ISBN 978-3-905574-34-0
EUR 28.00

Übersetzt aus dem Estnischen von Cornelius Hasselblatt



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Die Protagonistin Z streift durch die Stadt, ihre eigene Gefühlswelt und Kindheit. Die Gemeinschaft, von der sie umgeben ist, lässt sie Ungewolltes verlernen und mehr zu sich selbst finden.

Wie kann Liebe gängige Gesellschaftsmuster hinterfragen?
Was tun mit der eigenen Vergangenheit?
Wie lebt es sich mit zehn Menschen zusammen, wenn eine in der Kleinfamilie aufgewachsen ist?
Und wie kommt eine an ein Haus?

Alexandra Todorka Doza erzählt von einem Individuum, das sich kollektivistisch bewegen möchte und dabei immer wieder scheitert und neue Erkenntnisse gewinnt.

Alexandra Todorka Doza
Die Wörter bei uns Daheim
Kommode Verlag
Erscheinungsdatum September 2024
250 Seiten, 11×18 CM
Hardcover, Fadenbindung, mit Lesebändchen
ISBN 978-3-905574-44-9
EUR 26.00

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Meeresbiologin Leah sinkt bei einer Forschungsreise im U-Boot mit ihrem Team auf den Ozeanboden ab und bleibt nach dem Unfall sechs Monate lang verschollen. Als Leah wieder nach Hause kommt, ist ihre Frau Miri überglücklich. Doch schnell wird Miri klar, dass Leah sich verändert hat. Angesichts der langen Zeit des Schweigens wäre es selbst unter den besten Umständen nicht einfach, dort weiterzumachen, wo sie beide als Paar aufgehört haben; aber auch Leah hat sich in grundlegender Weise verändert, und Miri ist gezwungen, sich einer neuen Realität zu stellen.

Armfield greift auf kollektive und archaische Ängste des Menschen zurück: das Meer, aber auch der Weltraum, andere Menschen, Gott, Wahnsinn, das Unbewusste (unsere „versunkenen Gedanken“) und Demenz. Das Unbekannte wird als körperliche Idee verkörpert, das U-Boot oder Miris und Leahs Wohnung, welche - umgeben von einer dahin plätschernden Dunkelheit - unheimlich und unergründlich erscheint.
Wie in ihren Erzählungen (Salt Slow) gelingt es Armfield hervorragend, die Beziehung der Frauen darzustellen: die Verleumdung aus Selbstschutz, die zarten Empfindungen, Rituale, Wut und Trauer um entschwundene Freuden – all die kleinen Momente, aus denen eine innige und dauerhafte Liebe besteht.

Julia Armfield
Gestalten der Tiefe
Kommode Verlag
Erscheinungsdatum September 2024
245 Seiten, 11×18 CM
Hardcover, Fadenbindung, mit Lesebändchen
ISBN 978-3-905574-38-8
EUR 26.00

Übersetzt aus dem Englischen von Hannah Pöhlmann