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"Ein eleganter Roman über die Wirklichkeit eines besetzten Landes." Sofi Oksanen
 
1946. Der Eiserne Vorhang teilt Europa. Das ehemals unabhängige Estland ist zu einer westlichen baltischen Provinz der Sowjetunion geworden. Deportationen nach Sibirien und Massenzuwanderungen russischer Staatsbürger haben aus den Esten beinahe eine Minderheit im eignen Land gemacht. Die Sowjetunion verhängt das Reiseverbot. Vor diesem Hintergrund versuchen der britische BBC Radiomoderator Alan und die estnische Opernsängerin Johanna ihre Liebesbeziehung aufrecht zu erhalten. Ihre Briefe werden vom Geheimdienst abgefangen. Trotz der widrigen Umstände planen sie ein heimliches Treffen in Moskau.

 
Johannas Neffe, ein sechsjähriger Junge und Sohn eines ehemaligen Widerstandskämpfers, wächst in einem verwirrenden Umfeld auf. In dem von Angst und Verstecken geprägten Zuhause gibt es keinen Platz für kindliche Heiterkeit. So wundert es nicht, dass er dankbar die kleinen Momente der scheinbaren Offenheit und des Luxus im Pobeda 1946 eines Geheimdienstmitarbeiters annimmt. Dass er dadurch seinen Vater verrät, weiß er nicht. Anhand der Geschichte des Jungen stellt Taska den allmählichen totalen Vertrauensverlust im neuen System dar.

Ilmar Taska
Pobeda 1946
Kommode Verlag
Erscheinungsdatum November 2017
ISBN 978-3-9524626-4-5

Aus dem Estnischen von Cornelius Hasselblatt



Platzhalter

Eine junge Frau mit himmelblauen Schuhen und einem Faible für das Unsichtbare tritt in das Leben des ziellosen Erzählers. Wie sie in sein Leben tritt, verschwindet sie wieder. Und hinterlässt nur ihre Stimme.
Ein Rastloser wagt die Flucht mit einer Unbekannten, seine Ehe ist gescheitert, er weiß nicht wohin, nur die Angst ist da und dieser Traum.
Die Suche nach dem besten, nun verschollenen Freund führt einen jungen Erwachsenen nach Kolumbien – und tief hinein in die eigene Seele.
Ein Zaun ersetzt die Mauer im syrischen Heimatdorf des Mädchens. Ihre Welt zittert, sie ist allein. Sie nimmt einen Stein und wirft.

 
Die sieben Erzählungen von Lu Bonauer thematisieren aus unterschiedlichen Perspektiven die Flucht und das Spannungsfeld zwischen Aufbruch und Ankommen. Sie handeln von Figuren, die sowohl in der Ersten wie auch Dritten Welt um Heimat und Identität ringen. Subtil und intensiv, manchmal beinahe surreal, zeichnet Bonauer Charaktere, deren Existenz bedroht ist, von außen oder innen. Er schreibt über die Unfähigkeit eine reale Verbindung mit anderen und sich selbst herzustellen und darüber, wie dennoch ein Gefühl von Heimat an den unerwartetsten Orten, mit den unerwartetsten Menschen entstehen kann.

Lu Bonauer
Fliehende Lichter
Erzählungen
Kommode Verlag
Erscheinungsdatum Oktober 2017
ISBN 978-3-9524626-3-8